Warum stiften?

Welche Gründe gibt es, der Andreasstifung Geld zu stiften?

Tradition

„Zukunft schenken“ – dieses Motto hat sich die Andreasstiftung auf die Fahnen geschrieben! Aus der kleinen Pflanze Stiftung soll ein großer, kräftiger Baum werden, in dessen Schatten sich die Generationen versammeln können.

Die Tradition der Stiftungsgründung reicht weit die Vergangenheit. Für die heutige Bundesrepublik Deutschland lassen sich Stiftungsgründungen bis in das Mittelalter hinein zurück verfolgen. Stiftungen sind Zeitzeugen. Sie erfüllen noch heute den Zweck, der ihnen von den Stiftern vor teilweise Hunderten von Jahren zugedacht wurde.

Gründe für die Errichtung einer Stiftung sind vielschichtig. Menschen setzten sich, geliebten oder zu früh verstorbenen Familienangehörigen mit Stiftungen Denkmäler. Das rudimentäre Sozialsystem vergangener Zeiten hat immer wieder Menschen dazu veranlasst, Verantwortung zu übernehmen und Teile ihres Geldes für andere einzusetzen, die weniger gesegnet waren.

Die Einführung sozialer Systeme – und im kirchlichen Bereich der Kirchensteuer – brachte den Stiftergeist zeitweilig zum Erliegen. Gegenwärtig erwacht wieder ein Bewusstsein für die Notwendigkeit des bürgerschaftlichen Engagements. Eine Stiftung ist ein immer noch hervorragendes Instrument, in der Gegenwart Zukunft zu schenken und dabei selbst zu gestalten.

Großzügigkeit

Ein Kreislauf der Großzügigkeit

Nach der Reformation musste das Geben, Schenken und Stiften neu durchdacht und anders gedeutet werden. Die Eintrittskarte in den Himmel ist nicht käuflich. Der Fokus des Gebers und Stifters verschob sich vom Jenseits auf das Diesseits. Als Christen sind wir beauftragt, Gottes Reich schon in dieser Welt aufzurichten.

Die guten Gaben und Talente, die wir von Gott bekommen haben, sollen und dürfen wir weitergeben und einsetzen. Der Stifter gibt, weil er sich reichlich gesegnet fühlt. Prof. Dr. Peter Steinacker, Alt-Kirchenpräsident der EKHN, drückte es in einer Rede folgendermaßen aus:

„Gott gibt. Er gibt die Welt und das Leben. (…)Der französische Ethnologe Marcel Mauss (…) beschreibt das Geben als einen zirkulären Prozess von Geben, Nehmen und Erwidern. Ich glaube, dass wir diesen Kreislauf theologisch längst schon ins Auge gefasst haben: dass Gott gibt, dass wir die Gabe annehmen, und dass wir sie weitergeben an andere und in die Welt.“

Wir geben als Andreasgemeinde Gottes Liebe weiter – durch Begleitung und praktische Hilfe. Durch Angebote, die Menschen mit Gottes Liebe in Berührung bringen. Wir freuen uns, wenn Menschen, die diese Liebe erfahren haben, den Kreislauf wiederum mit ihren Gaben fortsetzen.

Alle Gaben sind vor Gott gleich wertvoll, aber nicht alle können überall eingesetzt werden. Wenn Menschen Liebe, Zeit, Kreativität und Kompetenz investieren, ist das unbezahlbar - aber ohne finanzielle Grundlage geht es auch nicht. Geld bereitet den Boden - Menschen säen aus - Gott lässt wachsen.

Es gibt Menschen, die finanziell "begabt" sind. Sie möchten mit einem Teil ihres Vermögens auf Dauer wirken. Sie haben die Kraft und die Möglichkeit, den Kreislauf der Großzügigkeit nicht nur anzutreiben, sondern auch langfristig zu sichern. Diesen Menschen bietet die Andreasstiftung eine attraktive Möglichkeit der Zukunftssicherung, die es bisher in der Andreasgemeinde nicht gab.

Niederhöchstadt

„Suchet der Stadt Bestes“

Gottes Reich in dieser Welt aufzurichten, das kann und darf sich nicht auf Kirche und Kirchenräume beschränken. Gott baut sein Reich nicht mit Steinen, sondern mit Menschen – und auch wir sind dazu aufgefordert. Die Andreasgemeinde und somit auch die Andreasstiftung suchen und fördern daher zielorientiert die „(Kirchen-)Gemeinde in der (Orts-)Gemeinde“.

Die Andreasstiftung hat deshalb auch ganz bewusst die Förderung der ökumenischen und der kulturellen Aufgaben der Kirchengemeinde im Stiftungszweck festgeschrieben.

„Die Kirche im Dorf lassen“, das formuliert die Bibel ganz ähnlich: „Suchet der Stadt Bestes (…) und betet für sie zum Herrn, denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s auch euch wohl“, heißt es in Jeremia 29,7. Viele Bürger Niederhöchstadts unterstützen – nicht selten unabhängig von ihrer kirchlichen Bindung – die Gemeinde mit ehrenamtlicher Arbeit und Spenden. Auch die Stadt Eschborn fördert mit viel Engagement vor allem ökumenische Aktivitäten der Andreasgemeinde. So ist es uns möglich, nicht nur Kirche in Niederhöchstadt, sondern „für Niederhöchstadt“ zu sein.

Die Vision der Andreasgemeinde enthält eine Menge Ideen, die aus der Erfahrung konkreter Bedürfnisse entwickelt worden sind. Zwei Beispiele, die von der Andreasstiftung in ihrer Entwicklung und Umsetzung unterstützt werden:

  • Die Arbeit mit Kindern in der Andreasgemeinde hat in den letzten Jahren einen starken Aufschwung erlebt. Die Angebote sind mit teilweise mehr als 100 Kindern auf einmal so stark frequentiert, dass die Räumlichkeiten der Gemeinde aus allen Nähten platzen. „Zukunft schenken“ ist das Motto der Andreasstiftung – welcher Bereich verdiente mehr Unterstützung als dieser? Die Mitarbeiter des Kinderbereichs träumen von großen, gut ausgestatteten Räumen, in denen Kinder ungehindert spielen und toben können – die aber auch genug Platz für Ruhe bieten, um Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen, um Eltern eine Möglichkeit zum Aufenthalt und Raum für Gespräche zu bieten, um Familien in schwierigen Lebenslagen zu beraten. Seit Beginn des Jahres 2009 erarbeitet ein Team konkret Ideen für ein Kinder- und Familienzentrum in Niederhöchstadt.
  • Der Februar 2009 brachte den Startschuss zum Aufbau einer eigenen Trauer- und Hospizarbeit. Das bestehende Netzwerk aus Freunden und professionell ausgebildeten ehrenamtlichen Helfern bietet bereits Unterstützung durch Gebet, Trost und praktische Hilfe. Sterben zu Hause wurde von Gemeindemitgliedern begleitet. Diese Arbeit soll in den nächsten Jahren ausgeweitet werden; damit diese gute und wertvolle Arbeit allen Niederhöchstädter Bürgern zugänglich ist.